Prag, am 17. August 2010

Massaker von Bergersdorf
Massengrab bei Iglau: Polizei ermittelt
17-08-2010 12:31 | Till Janzer (Radio Prag)
Im Ort Dobronín / Bergersdorf, einige Kilometer nördlich von Jihlava / Iglau, wird derzeit ein Massengrab ausgehoben. Dort sollen unmittelbar nach dem Krieg Deutsche ermordet worden sein. Nach den Recherchen von zwei tschechischen Journalisten hatte die Polizei die Aushebung veranlasst – und ermittelt nun in dem Fall, der 65 Jahre zurückliegt.
Foto: ČTK Seit Montag arbeiten Archäologen und Polizeiermittler auf einem Feld nahe dem Ort Dobronín. Sie sollen herausfinden, ob die Gebeine, die derzeit ausgehoben werden, von Deutschen stammen, die im Mai 1945 hier ermordet sein sollen. Der freie Journalist Miroslav Mareš hatte im vergangenen Jahr die Polizei auf den Fall aufmerksam gemacht. Er begleitet nun jeden Tag die Ausgrabungen:
„Schon am Montag hat die Polizei bei der Untersuchung des Ortes nach ein bis zwei Stunden erste menschliche Überreste gefunden. Derzeit wird alles dokumentiert und dann folgen weitere Grabungen. Den Informationen nach sollen hier 11 bis 15 Opfer liegen“, so Mareš am Dienstagvormittag gegenüber Radio Prag.
Miroslav Mareš Dass es ein Massaker an diesem Ort gegeben haben soll, hatte Mareš per Zufall im Internet erfahren. Die Ereignisse hatte der deutsche Zeitzeuge Fritz Hawelka in einem Wikipedia-Beitrag beschrieben. Demnach sollen Angehörige der so genannten „vaterländischen Partisanen- und Revolutionsgarden“ am Abend des 19. Mai 1945 das Massaker initiiert und durchgeführt haben.
Opfer waren deutsche Männer aus den Dörfern der Gegend, die gefangen gehalten wurden, um sie aus dem Land zu verweisen. Dem Bericht nach waren die Gardisten nach einer Tanzveranstaltung betrunken, sie führten die Männer auf ein Feld und zwangen sie ihre Gräber selbst auszuheben. Dann sollen die Gardisten mit Spaten, Schaufeln und Hacken brutal gemordet haben. Der Bericht von Hawelka nennt sowohl die Namen der möglichen Opfer, als auch der Täter. Auch die deutsche Schriftstellerin Herma Kennel hat die Ereignisse in ihrem Roman „Bergersdorf“ beschrieben.
Foto: ČTK Miroslav Mareš machte sich aufgrund der Informationen auf die Suche nach den Hinterbliebenen in Deutschland. Sie waren, wie die meisten anderen Deutschen, nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben worden.
„Die Hinterbliebenen verfassten Erklärungen über das, was sich hier bei Dobronín zugetragen haben soll. Als ich die Erklärungen und weitere Aussagen von Zeugen beieinander hatte, habe ich mich an die Staatsanwaltschaft in Jihlava gewandt.“
Dort hielt man das Material für genügend glaubwürdig, die Polizei nahm die Ermittlungen auf.
David Vondráček (Foto: www.ceskatelevize.cz) Nach der Bergung der menschlichen Überreste aus dem Massengrab soll nun die Identität der Opfer festgestellt werden. Dazu sollen Spezialisten in Tschechien und Deutschland DNA-Analysen durchführen. Doch was ist mit den Tätern? David Vondráček ist Reporter des Tschechischen Fernsehens und recherchiert zusammen mit Mareš für einen Beitrag, der am Montag im Fernsehen gesendet werden soll:
„Ich habe ein Gespräch mit einem angeblichen Beteiligten an dem Mord geführt, er war damals 18 Jahre alt. Er soll sich direkt am Massaker beteiligt haben, den Namen nenne ich aber jetzt nicht“, so Vondráček.
Das wiederum könnte für die Polizei interessant sein. Michal Laška leitet die polizeilichen Ermittlungen. Er sagt indes:
„Es stellt sich die Frage, ob es sich um Mord handelt. Der wäre heutzutage bereits verjährt. Oder aber es handelt sich um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das verjährt nicht.“
Wien, am 2. August 2010

Presseaussendung der Deutschen Weltallianz
60 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen
Wassertheurer:„Versprechen eingelöst“
Vor 60 Jahren verabschiedeten am 5. August 1950 die volksdeutschen Heimatvertriebenen in Stuttgart eine Charta, in der sie sich von Rache und Vergeltung distanzierten, sich zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands verpflichteten und die Vereinigung Europas als Ziel ihrer Arbeit ankündigten. Für Peter Wassertheurer, Präsident der DWA, ist diese Charta ein „Friedensdokument menschlicher Größe“ und ein „Beleg für Toleranz, Demut und Verantwortung.“ Die Heimatvertriebenen haben nach Wassertheurer „ihre Versprechen bis zum heutigen Tag eingehalten und zum Wohl Europas eingelöst“, wofür ihnen nach 60 Jahren der Arbeit und des Fleißes Dank und Anerkennung gebührt.
Im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen, im Bewusstsein ihrer Zugehörigkeit zum christlich-abendländischen Kulturkreis, im Bewusstsein ihres deutschen Volkstums und in der Erkenntnis der gemeinsamen Aufgabe aller europäischen Völker, haben die erwählten Vertreter von Millionen Heimatvertriebenen nach reiflicher Überlegung und nach Prüfung ihres Gewissens beschlossen, dem deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit gegenüber eine feierliche Erklärung abzugeben, die die Pflichten und Rechte festlegt, welche die deutschen Heimatvertriebenen als ihr Grundgesetz und als unumgängliche Voraussetzung für die Herbeiführung eines freien und geeinten Europas ansehen.
- Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung. Dieser Entschluss ist uns ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid, welches im Besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschheit gebracht hat.
- Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europas gerichtet ist, in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können.
- Wir werden durch harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands und Europas.
Wir haben unsere Heimat verloren. Heimatlose sind Fremdlinge auf dieser Erde. Gott hat die Menschen in ihre Heimat hineingestellt. Den Menschen mit Zwang von seiner Heimat trennen, bedeutet, ihn im Geiste töten. Wir haben dieses Schicksal erlitten und erlebt. Daher fühlen wir uns berufen zu verlangen, dass das Recht auf die Heimat als eines der von Gott geschenkten Grundrechte der Menschheit anerkannt und verwirklicht wird.
So lange dieses Recht für uns nicht verwirklicht ist, wollen wir aber nicht zur Untätigkeit verurteilt beiseite stehen, sondern in neuen, geläuterten Formen verständnisvollen und brüderlichen Zusammenlebens mit allen Gliedern unseres Volkes schaffen und wirken.
Darum fordern und verlangen wir heute wie gestern:
- Gleiches Recht als Staatsbürger nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch in der Wirklichkeit des Alltags.
- Gerechte und sinnvolle Verteilung der Lasten des letzten Krieges auf das ganze deutsche Volk und eine ehrliche Durchführung dieses Grundsatzes.
- Sinnvollen Einbau aller Berufsgruppen der Heimatvertriebenen in das Leben des deutschen Volkes.
- Tätige Einschaltung der deutschen Heimatvertriebenen in den Wiederaufbau Europas.
Die Völker der Welt sollen ihre Mitverantwortung am Schicksal der Heimatvertriebenen als der vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen empfinden.
Die Völker sollen handeln, wie es ihren christlichen Pflichten und ihrem Gewissen entspricht.
Die Völker müssen erkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert.
Wir rufen Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen ans Werk, damit aus Schuld, Unglück, Leid, Armut und Elend für uns alle der Weg in eine bessere Zukunft gefunden wird.
Stuttgart, den 5. August 1950
Der Hohe Kommissar der UN für Menschenrechte, Jose AyalaLasso, lobte in einer Rede in der Paulskirche vom 28. Mai 1995 ausdrücklich die Charta der Heimatvertriebenen.
Wien, am 24. Juli 2010

Presseaussendung der Deutschen Weltallianz
Südtiroler Autonomiepacket in Gefahr
Wassertheurer: „Das ist die falsche römische Diktion“
Die italienische Regierung rühmt sich gerne der Errungenschaften um das Autonomiepaket mit Südtirol. Erst unlängst hat auch die Deutsche Weltallianz (DWA) auf das Modell Südtirol als positives Beispiel einer fortschrittlichen Volksgruppenpolitik hingewiesen. Immerhin, so meint DWA-Präsident Peter Wassertheurer, „gibt es in Europa nicht sehr viele Beispiele einer in der Praxis gut funktionierenden Volksgruppenpolitik. Da ist man für jede gute Lösung dankbar. Oft weicht nämlich der Alltag von dem, was so schön und vollmundig in Verfassungen oder Minderheitengesetzen steht, erheblich ab. Die Devise für die DWA als Menschenrechtsorganisation lautet daher: Ständig auf der Hut sein!“
Erst vor wenigen Tagen verabschiedete der italienische Ministerrat in Rom eine Aufforderung im Sinn von Artikel 120 der Verfassung, deren negative Folgen noch kaum abzuschätzen sind. Rom fordert Südtirol auf, binnen 60 Tagen alle einsprachig-deutschen Schilder durch zweisprachige deutsch-italienische zu ersetzen. Gemeint sind damit vor allem Hinweisschilder auf Wanderwegen, die vom Alpenverein in deutscher Sprache aufgestellt werden. Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder weist die römische Forderung von sich und erklärt: „Die Schilder, die das Land aufgestellt hat, sind alle zweisprachig, die beanstandeten Schilder haben Dritte aufgestellt“, in deren Kompetenzen er nicht eingreifen kann.
Für Wassertheurer ist die Aufforderung aus Rom der Versuch, die Privatsphäre der Südtiroler Bevölkerung grob zu verletzten: „Es ist einmal die nationalistische Diktion aus Rom, die hier völlig überzogen ist. So kann man mit den Rechten einer Volksgruppe nicht umgehen. Die Zeit des italienischen Faschismus ist vorbei“, kritisiert Wassertheurer, der Österreich auffordert, als Schutzmacht die Rechte der Südtiroler Landsleute zu verteidigen: „Wien muss jetzt sofort aktiv werden und an der Seite der Südtiroler Bevölkerung zwischen Rom und Bozen vermitteln. Es geht darum, der italienischen Regierung klar zu machen, dass sie nicht das Recht besitzt, Privatpersonen und Privatvereinen in Südtirol vorzuschreiben, ob Hinweisschilder ein- oder zweisprachig angefertigt werden. Das wären ein Eingriff in das persönliche nationale Identitätsempfinden der Südtiroler und der Beginn einer gefährlichen Entwicklung, an deren Ende ein ausgehöhltes Südtiroler Autonomiepaket stehen könnte.“
Wien, am 21. Juli 2010

Der brave Soldat Karel Schwarzenberg
Ein Kommentar zum Interview mit Karl Schwarzenberg in der „Presse am Sonntag“ vom 17.Juli.
Tschechiens neuer und alter Außenminister, Karl von Schwarzenberg, ist offenbar endgültig vom altösterreichischen Menschenrechtler, der ein gemeinsames gleichberechtigtes Mitteleuropa anstrebte, zum braven Soldaten Schwejk des tschechischen Mainstreams mutiert. Jener Mann, der einst von einem gemeinsamen österreichisch-tschechischen Volk sprach, das sich den Luxus zweier Sprachen leistete, arbeitet heute für die bewusst trennende nationalistische und antieuropäische Politik Tschechiens. Jener Mann, der einst die Beneš-Dekrete als großes Unrecht bekämpfte, bezeichnet sie heute als unabänderlich. Jener Mann, der sich einst gegen Zwentendorf und die Atomenergie stellte, verteidigt nun die Ausbaupläne Temelins mit Tschechiens nationalen Interessen.
Es steht jedem Land frei, seine Energiegewinnungsform frei zu wählen. Allerdings sollten Atomkraftwerke nicht an solchen Standorten gebaut werden, die, im Falle eines Unfalles, ausschließlich im Nachbarland Unheil anrichten. Doch Temelin ist genau so ein Fall. Schwarzenberg hat unrecht, wenn er behauptet, es gäbe Atomkraftwerke in Bayern, die bei vorherrschenden Winden Gebiete in Österreich noch stärker gefährden. Die bayerischen Atommeiler sind nicht nur weiter von der Grenze entfernt, sondern befinden sich vor allem auch weiter vom großen Ballungsraum Wien. Die oftmalige Aussage, dass das Atomkraftwerk aus tektonischen Gründen (Erdbebenschutz) unbedingt im äußersten Süden Böhmens gebaut werden musste, ist bereits wiederholt widerlegt worden.
Die Behauptung, dass die Beneš-Dekrete nicht ex tunc abgeschafft werden können, sind ebenso falsch wie Schwarzenbergs Vergleich der Beneš-Dekrete mit dem Münchner Vertrag. Der Münchner Vertrag wurde bereits zu Kriegszeiten von den Briten ex tunc für null und nichtig erklärt. Außerdem wurde er von der Tschechoslowakei 1938 zuerst de facto anerkannt, und später durch einige Beneš-Dekrete de facto ex tunc für ungültig erklärt. Der Pariser Friedensvertrag nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der formelle Friedensvertrag zwischen Deutschland und den Alliierten, der zur deutschen Wiedervereinigung führte, hoben ebenfalls den Münchner Vertrag nochmals ex tunc auf.
Jene Beneš-Dekrete, die die kollektive Enteignung und Ausbürgerung aller deutschsprachigen Tschechoslowaken bestimmten, könnten, genauso wie die vielen kommunistischen Gesetze, die nach der Samtenen Revolution wieder abgeschafft wurden, auch jederzeit wieder dort landen wo sie hingehören – im Papierkorb unserer Geschichte. Dies könnte durch einen Beschluss der tschechischen Abgeordnetenkammern erfolgen oder durch ein Erkenntnis des tschechischen und slowakischen Verfassungsgerichts. Die Beneš-Dekrete stehen nämlich nicht nur im Widerspruch zum europäischen Gedanken und verschiedenen internationalen Übereinkünften, sondern verstoßen vehement gegen die tschechische Verfassung.
Künstlich am Leben erhalten
Aus politischen Gründen erfanden tschechische Juristen bisher ihre eigenen Interpretationen global geltender Menschenrechtsprinzipien, um die Dekrete künstlich am Leben zu erhalten. Die Behauptung, dass die Beneš-Dekrete durch den Vertrag von Potsdam international sanktioniert sind, ist unrichtig, da sich dieser Vertrag auf Deutsche bezieht, nicht auf deutschsprachige Tschechoslowaken, wie sie durch den Vertrag von St.Germain 1919 entstanden sind. Auch die These, dass die Wahlerfolge der ehemaligen Sudetendeutsche-Partei die Dekrete rechtfertigen, entbehrt jeder Grundlage.
Die Sudetendeutsche-Partei, die fraglos später zu einem Naziableger mutierte, wurde bei allen Wahlen von der tschechoslowakischen Wahlbehörde anerkannt und bejahte zu jener Zeit laut offiziellem Wahlprogramm die tschechoslowakische Republik und die demokratische Gesellschaftsordnung. Eine strenge Entnazifizierung und die Bestrafung von Naziverbrechern ist eine Sache. Die Ermordung, Vertreibung und Entrechtung von Millionen von Menschen aufgrund ihrer Sprache eine andere.
Schwarzenberg sollte sich als erklärter Mitteleuropäer, der sich in Österreich und Tschechien gleichermaßen zu Hause fühlt, ganz besonders um eine Lösung des Problems Temelin und eine Aufarbeitung der Dekrete kümmern. Statt regelmäßig gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran, in Kuba oder Nordkorea zu protestieren, sollte der tschechische Außenminister zuerst im eigenen Hinterhof kehren. Er sollte der tschechischen Öffentlichkeit endlich erklären, warum eine Übereinkunft mit den 2,5 Millionen vertriebenen Altösterreichern und deren Nachfahren in erster Linie im Interesse des eigenen Landes ist.
Der antieuropäische Geist, der heute in Tschechien wie in keinem anderen mitteleuropäischen Land besteht, ist nicht zuletzt ein Produkt der künstlich geschaffenen Angst vor den „Sudetendeutschen“ und einer seit Jahrzehnten verfolgten einseitigen Geschichtsschreibung. Nur eine Übereinkunft mit der historischen deutschsprachigen Bevölkerung kann Tschechien wieder in normale Bahnen führen.
Es ist erfreulich, dass junge Tschechen in Dokumentationen und Ausstellungen auf die Geschichte der Sudetendeutschen sowie Nachkriegsmassaker in Prag, Aussig, Postelberg, Brünn oder Prerau aufmerksam machen. Um einen wirklichen Umschwung zu erreichen, werden allerdings tschechische Politiker mit Charakter gebraucht. Viele Mitteleuropäer hofften, Schwarzenberg könnte ein solcher sein. Sie wurden bisher maßlos enttäuscht. Das Motto über den tschechischen Wappen, „Die Wahrheit wird siegen“, lässt weiter auf sich warten. (von Peter Josika)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2010)
Wien, am 13. Juli 2010

Presseaussendung der Deutschen Weltallianz
Wahlkampf Steiermark und Hilfe für Deutsche Volksgruppe in Slowenien
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Präsident der Deutschen Weltallianz (DWA) habe ich schon mehrmals auf die triste Lage der deutschen-altösterreichischen Volksgruppe in Slowenien aufmerksam gemacht. Dieser Volksgruppe wird trotz ihrer 800-jährigen Geschichte in diesem Raum weiterhin die Zuerkennung eines autochthonen Volksgruppenstatuts verweigert. Dass es eine deutsche-altösterreichische Volksgruppe mit steirischen und kärntnerischen Wurzeln in Slowenien (ehemals südlicher Teil des Herzogtums Steiermark mit den bekannten Städten Marburg/Maribor, Pettau/Ptuj, Cilli/Celje) gibt, konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden. Ich erinnere hier nur an die Arbeiten von Stefan Karner.
Die DWA möchte für die deutsche Volksgruppe lediglich das einfordern, was der ungarischen und italienischen Volksgruppe in der slowenischen Verfassung zugestanden wird, nämlich die Anerkennung als autochthone Volksgruppe. Das autochthone Volksgruppenstatut garantiert wichtige Sonderrechte wie staatliche Basisförderungen zur Pflege der Kultur und zur Finanzierung des autonomen Kindergarten-, Medien- und Schulwesens, die als elementare Voraussetzungen für den Erhalt der eigenen Identität und der eigenen Muttersprache gelten. Die deutsche Volksgruppe wird so gegenüber der italienischen und ungarischen Volksgruppe diskriminiert. Die DWA verurteilt dieses Unrecht, zumal die Angehörige der deutschen-altösterreichischen Volksgruppe Bürger der Europäischen Union (EU) sind, was sie vor ethnischen, rassischen und kulturellen Diskriminierungen schützt.
Ich möchte Sie daher bitten, die Lage der deutschen-altösterreichischen Volksgruppe in Ihrem Wahlkampf zum Thema zu machen und sich bei den verantwortlichen slowenischen Stellen dafür auszusprechen, dass der deutschen-altösterreichischen Volksgruppe endlich das autochthone Volksgruppenstatus zuerkannt wird, um diese Diskriminierung im Herzen Europas zu beseitigen. Unterstreichen Sie mit diesem Engagement Ihre Solidarität und Verbundenheit mit Ihren steirischen Landsleuten in Slowenien.
