29. Juni 2007
PRESSEMITTEILUNG
Grußwort an die Teilnehmer des Deutschlandtreffens der Schlesier vom 30.
Juni - 1. Juli 2007 in Hannover
BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB hat sich mit folgendem Grußwort an die Teilnehmer des Deutschlandtreffens der Schlesier gewandt:
Liebe Schlesier, liebe Schlesierinnen!
Zu Ihrem diesjährigen großen Deutschlandtreffen grüße ich Sie seitens des Bundes der Vertriebenen und auch persönlich recht herzlich. Besonders freut es mich, dass Ihr Treffen endlich wieder in Hannover, der Hauptstadt Ihres Patenlandes Niedersachsen stattfinden kann. Dafür ist Ministerpräsident Wulff sehr zu danken.
Weit über drei Millionen Schlesier, Nieder- und Oberschlesier haben bis 1950 im Gebiet des heute gottlob vereinten Deutschland Aufnahme gefunden, davon alleine über eine Million in Mitteldeutschland und eben über 700.000 in Niedersachsen. Eine gewaltige Menschenmenge, deren Aufnahme und Eingliederung eine Aufgabe für Jahrzehnte war. Aber sie haben auch trotz der zurückliegenden fürchterlichen Flucht- und Vertreibungserfahrungen von Anfang an den Wiederaufbau des zerstörten Landes tatkräftig mitgestaltet. Stellvertretend für viele nenne ich nur die Vertriebenenminister der 50er und 60er Jahre Pastor Heinrich Albertz aus Breslau und Erich Schellhaus aus dem Kreis Neiße – zugleich Ihr langjähriger Bundesvorsitzender - und den langjährigen Landtagspräsidenten Horst Milde auch aus Breslau.
Die Landsmannschaft Schlesien ist seit Jahrzehnten einer der treuesten Mitgliedsverbände im Bund der Vertriebenen. Verkörpert wurde dies für viele in der Person von Dr. Herbert Hupka, Ihrem langjährigen Bundesvorsitzenden und viele Jahre BdV-Vizepräsident. Sein Heimgang im vergangenen Herbst war für die Schlesier, aber auch für die deutschen Vertriebenen insgesamt ein schmerzlicher Verlust. In seinem Sinne werden der BdV und die Landsmannschaften nach wie vor als „unruhiges Gewissen“, wie er seine Lebenserinnerungen überschrieb, in Politik und Gesellschaft wirken.
Es gilt, die würdige Erinnerung an die Heimatgebiete und an die Schreckenszeit von Flucht und Vertreibung in den 40er Jahren und vor allem auch das Gedenken an die Opfer zu bewahren: Allein 466.000 Schlesier, mehr als jeder Zehnte der Vorkriegsbevölkerung, haben die Vertreibung nicht überlebt, sind gewaltsam umgekommen. Das reiche kulturelle Erbe der Schlesier und ihr Schicksal gehören in den Erinnerungsbogen des ganzen deutschen Volkes.
Liebe Schlesier aus der Bundesrepublik, aus der Heimat und aus dem Ausland: Ich wünsche Ihrem Deutschlandtreffen einen guten und zukunftsweisenden Verlauf und viele gute Begegnungen in Hannover. Ihre Erika Steinbach MdB Präsidentin des Bundes der Vertriebenen
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