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Wien, 31. August 2006/GE

Elsinger: Organisierter Abschub Heimatvertriebener 1946 auch aus Österreich.

225.000 Sudetendeutsche mußten Österreich verlassen

Hugo Portisch nannte Österreich "Das überlaufene Land" , weil sich 1945 insgesamt mehr als 1,5 Millionen sogenannte "Displaced Persons (D.P.) im Staatsgebiet befanden. Darunter waren 380.000 Sudetendeutsche und 370.000 Volksdeutsche, hauptsächlich aus dem Südosten.

Aufgrund der schlechten Ernährungslage bemühten sich die Behörden um rasche "Repatriierung" nicht nur der fremdländischen DPs, sondern auch um den Abschub der Deutschen, welcher ebenfalls als Repatriierung bezeichnet wurde, obwohl man die Staatsbürgerschaft teilweise als "ungeklärt" ansah und vor allem die Sudetendeutschen Österreich als ihr altösterreichisches Vaterland betrachteten und nicht freiwillig das Land verlassen wollten.

Über Verlangen der tschechischen Behörden, wurde vor allem in der sowjetischen Besatzungszone die lückenlose Erfassung, der seit der "wilden Vertreibung" in Wien, Nieder- und Oberösterreich gestrandeten und als Erntehelfer 1945 willkommenen Vertriebenen befohlen, und mit Januar 1946 der totale Abschub verfügt. Als diese Transporte bereits am 11.01.1946 anliefen, waren weder in den Abschublagern – Wien, Melk, Kleinmünchen – noch für die Aufnahme in der amerikanischen Zone Deutschlands die nötigen, organisatorischen Voraussetzungen geschaffen. Zeitzeugenberichte beweisen, dass sich die Umstände der Transporte in nichts von dem zeitgleichen Abschub aus den Heimatgebieten unterscheiden.

Monatlich bis zu 35 Transporte aus Österreich (d.h. bis zu 3 täglich von Jänner-September 46)kamen zugleich mit 6 Transporten täglich aus Böhmen und Mähren im völlig zerstörten Deutschland an.1 Million Sudetendeutsche mit 241.000 Toten waren bereits Opfer der "wilden Vertreibung 1945".

Nun gingen im Jahre 1946 insgesamt 1.112 Transporte mit 1, 238.000 Personen in die amerikanische Zone, zu denen noch 272 Transporte mit 225.000 Personen aus Österreich kamen.; darüber hinaus 625 Transporte mit 750.000 Personen in die sowjetische Besatzungszone Deutschlands. Kann sich heute – nach 60 Jahren - noch jemand vorstellen, was das an Leid, Hunger und Rechtlosigkeit für den Einzelnen bedeutete ?!

Abschub von Sudetendeutschen 1946 nach Bundesländern:

Wien: 56 Transporte 46.236 Personen
NÖ: 62 Transporte 72.930 Personen
Burgenland: 1 Transport 361 Personen
OÖ: 71 Transporte 57.127 Personen
Salzburg: 29 Transporte 12.657 Personen
Tirol: 4 Transporte 1.506 Personen
Steiermark: 20 Transporte 13.544 Personen
Kärnten: 26 Transporte 18.967 Personen
Vorarlberg: 3 Transporte 1.806 Personen
Gesamtsumme: 272 Transporte und 225.134 Personen.

Bundesreferat für Heimatpolitik, Ing. Reiner Elsinger
Sudetendeutscher Pressedienst (SdP)

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