Wien, 5. April 2007/GE
Wann kommen tschechisch-deutsche Ortsschilder?
Zeihsel: Ortstafelregelung in Tschechischer Republik minderheitenfreundlicher
Am 1.März 2007 trat in der Tschechischen Republik die Charta der Minderheiten und Regionalsprachen in Kraft. Deutsch wird dabei nur nach Kapitel 1 und 2 geschützt. Kapitel 3, das weitgehende Massnahmen wie zweisprachige Schilder und Schulen beinhaltet, wird nur den Polen und Slowaken zugestanden. Dies, obwohl die deutsche Minderheit in 13 Gemeinden über 10% der Bevölkerung stellt und historisch die bei weitem grösste Minderheit des Landes ist.
Die tschechische Regierung hat nunmehr die Regelung gestrichen, wonach 40% der Angehörigen einer Minderheit in einer Gemeinde mit über 10% Minderheitenanteil per Petition zweisprachige Schilder beantragen müssen.
"Jetzt wäre es an der Zeit von Amtswegen die Ortsschilder zu errichten", meint dazu der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich, Gerhard Zeihsel
Es gibt bisher nur in Prag eine zweisprachige Schule. Zeihsel regt an "in anderen Städten, insbesondere in den ehemals mehrheitlich deutschsprachigen Gebieten, zweisprachige Schulen/Klassen zu eröffnen. Es sei klar, dass die Deutsche Minderheit zu klein ist um eigene Schulen zu unterhalten. Es ist aber sicherlich auch so, dass viele Tschechen grosses Interesse an einer zweisprachigen Ausbildung hätten".
In der Tschechischen Republik werden viele alte Gebäude renoviert sowie neue Flughafen-Terminals, Bahnhöfe, Postämter etc gebaut. Immer öfter wird bei der neuen Beschilderung dabei nur Englisch neben Tschechisch verwendet. Zeihsel fordert "alte deutsche Aufschriften zu schützen und bei Neubauten deutsche Aufschriften (neben Tschechisch und Englisch) zu verwenden. Beispiele: neuer Terminal Flughafen Prag, Renovierung Prag Hauptbahnhof, neuer Bahnhof Brünn, Renovierung aller Postämter, Renovierung von Altstadtkernen (alte deutsche Aufschriften auf Gebäuden) etc."
In vielen Städten Tschechiens wird die Abschaffung kommunistischer Strassennamen verlangt (Bericht von Radio Prag). Hier regt Zeihsel an"historische Namen oder Namen zB Sudetendeutscher Anti-Faschisten (die jetzt auch offiziell geehrt werden sollen)zu verwenden zB: historisch: Ul. Cisar Frantiseka Josefa, sudetendeutsche Anti-Faschisten: Ul. Wenzela Jaksche, Ul. Josefa Seligera etc."
Im Elsass werden auch ohne gesetzliche Grundlage in vielen grösseren Gemeinden zweisprachige Strassenschilder im historischen Stadtzentrum aufgestellt. Dies auf freiwilliger Basis. "Es wäre eine schöne Geste von Stadtverwaltungen für solche Schilder in ehemals mehrheitlich deutschsprachigen Städten wie Brünn/Brno, Znaim/Znojmo, Krumau/C.Krumlov, Eger/Cheb, Karlsbad/Karlovy Vary, Reichenberg/Liberec zu sorgen", meint Zeihsel abschließend.
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