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Wien, am 15. Mai 2008

Wann kommen endlich tschechisch-deutsche Ortsschilder?


Zeihsel: Zynische, minderheitenfeindliche Ortstafelregelung in Tschechischer Republik aufheben

In der tschechischen Zeitung Mlada fronta Dnes am 13.05.2008 berichtete die Ministerin für Minderheiten, Džamila Stehliková, dass 31 Gemeinden in der CR auch polnische Namen auf den Ortsschildern bekommen und die polnischen Bezeichnungen auf den Ortsschildern gleich groß sein müssten, wie die tschechische Schrift. Aus praktischen Gründen sei es auch besser, die Bezeichnung auf der gleichen Ortstafel unterzubringen, da nur anderssprachige Schilder immer wieder beschädigt würden, meinte die Ministerin.

Die doppelsprachigen Ortstafeln könne jede Gemeinde bekommen, deren Minderheitsmitglieder "darum bitten", die einzige Bedingung sei, dass sie 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen, so Stehliková.

Diese Einstellung bezeichnete heute der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), Gerhard Zeihsel, als zynisch und minderheitenfeindlich! Es wäre endlich an der Zeit, von Amtswegen die zweisprachigen Ortsschilder zu errichten und nicht die Minderheit "darum bitten zu lassen", wenn der Minderheitenanteil 10 Prozent beträgt, betont Zeihsel ärgerlich.

Am 1.März 2007 trat in der Tschechischen Republik die Charta der Minderheiten und Regionalsprachen in Kraft. Deutsch wird dabei nur nach Kapitel 1 und 2 geschützt. Kapitel 3, das weitgehende Massnahmen wie zweisprachige Schilder und Schulen beinhaltet, wird nur den Polen und Slowaken zugestanden. Dies, obwohl die deutsche Minderheit in 13 Gemeinden über 10% der Bevölkerung stellt und historisch die bei weitem grösste Minderheit des Landes ist.

Die tschechische Regierung hat danach die Regelung gestrichen, wonach 40% der Angehörigen einer Minderheit in einer Gemeinde mit über 10% Minderheitenanteil per Petition zweisprachige Schilder beantragen müssen.
Jetzt solle die Minderheitenministerin sich dafür einsetzen, dass endlich die deutsch-tschechischen Ortstafeln in Vejprťy/Weipert und den weiteren 12 Gemeinden mit über 10% -Anteil umgehend aufgestellt werden!

Oder will die CR-Regierung darauf warten, bis es in keinem Ort mehr 10% Deutsche gibt?, schloss Zeihsel.

Sudetendeutscher Pressedienst (SdP)
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