German World Alliance / Deutsche Weltallianz

Home | Kontakte
Nachrichten | Resourcen | Bücher, Artikel, Filme | Vorstand | Kontakte
News | Resources | Books, Articles, Films | Board | Contact Us
subglobal3 link | subglobal3 link | subglobal3 link | subglobal3 link | subglobal3 link | subglobal3 link | subglobal3 link
subglobal4 link | subglobal4 link | subglobal4 link | subglobal4 link | subglobal4 link | subglobal4 link | subglobal4 link
subglobal5 link | subglobal5 link | subglobal5 link | subglobal5 link | subglobal5 link | subglobal5 link | subglobal5 link
subglobal6 link | subglobal6 link | subglobal6 link | subglobal6 link | subglobal6 link | subglobal6 link | subglobal6 link
subglobal7 link | subglobal7 link | subglobal7 link | subglobal7 link | subglobal7 link | subglobal7 link | subglobal7 link
subglobal8 link | subglobal8 link | subglobal8 link | subglobal8 link | subglobal8 link | subglobal8 link | subglobal8 link

Nachrichten / News small logo

small logo
August 16, 2006

Tschechien- tu was!

Seit dem Ende des kalten Krieges wurde die Behandlung und Vertreibung der 3.5 Millionen Sudetendeutschen in Dutzenden von Konferenzen, Seminaren und Workshops immer wieder analysiert und diskutiert. Trotz der üblichen Unstimmigkeiten über die Interpretation gewisser historischer Ereignisse, besteht unter tschechischen, deutschen und internationalen Fachleuten ein unumstösslicher Konsens, dass ein schreckliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurde.

Trotzdem geben sich tschechische Politiker- auch 17 Jahre nach der sanften Revolution und 2 Jahre nach dem Beitritt des Landes in die EU- vollkommen unnachgiebig.

Statt der erhofften Schritte der Versöhnung, goss der tschechische Gesetzgeber noch mehr Öl ins Feuer, indem er die Unumstösslichkeit der Benesch-Dekrete, die Basis der Entrechtung aller Sudetendeutschen, formell beschloss, und gleichzeitig Edvard Benesch per Gesetz als staatstragende Persönlichkeit verehrte.

Die Tatsache ist, dass Tausende von unschuldigen Menschen in wilden Massenexekutionen ermordet wurden; zehntausende in Arbeitslagern und während der so genannten „humanen Umsiedlung“ umkamen; sowie hundertausende ihr gesamtes Hab und Gut- und nicht zuletzt auch ihre Wurzeln, Heimat und Identität- verloren haben.

Sudetendeutsche waren in den ersten Nachkriegsmonaten rechtlos und vogelfrei. Sie mussten Armbänder mit der Aufschrift „N“ für Nemec, dem tschechischen Wort für Deutsch, tragen. Oftmals konnten Tschechen Deutsche frei als Sklavenarbeiter benützen und ihr Eigentum willkürlich entwenden. Vergewaltigungen deutscher Frauen und Plünderungen standen an der Tagesordnung. In den von Deutschen besiedelten Gebieten herrschte monatelang Anarchie. Jene Deutsche die im Land verblieben- oder in manchen Fällen bleiben mussten- wurden noch Jahre lang als Menschen zweiter Klasse behandelt.

Heute leben noch immer Millionen von Menschen in Europa, die den Horror dieser Zeit selbst erlebt haben, oder über ihre Eltern oder Grosseltern eine persönliche Beziehung zu ihrer historischen Heimat und den damaligen Geschehnissen haben.

Als Besucher Ihrer Heimat werden Sudetendeutsche meist als eher unwillkommene Gäste behandelt. Wichtige Bestandteile ihrer Identität und ihres kulturellen Erbes, wie Denkmäler und Gräber ihrer Vorfahren, wurden entweder zerstört oder sind dem langsamen Verfall preisgegeben. Historische sudetendeutsche Ortsnamen wurden abgeschafft und selbst in tschechischen Publikationen in deutscher Sprache werden meist nur tschechische Ortsbezeichnungen verwendet. Zweisprachige Beschilderung, wie sonst in historisch zweisprachigen Gebieten üblich, gibt es keine. Dutzende einzigartige deutsche Dialekte sterben aus.

Während andere europäische Länder in den letzten Jahren versuchten ihr historisches, sprachliches und kulturelles Erbe zu schützen oder wiederzubeleben, zog es die tschechische Republik vor, alles Nicht-Tschechische fleissig unter den Teppich zu kehren- insbesondere wenn es Deutsch war. Heute können die 3.5 Millionen vertriebenen oder verbliebenen Sudetendeutschen von den bestehenden Rechten der 30'000 Sorben in der Lausitz, zum Beispiel, nur träumen.

Tschechische Politiker benützen die Sudetendeutschen traditionell als Sündenböcke um von den eigenen historischen Mängeln- und der eigenen Verantwortung –abzulenken. In Wahrheit wissen die meisten von ihnen aber sehr wohl, dass die Entrechtung sowie die fortdauernde Diskriminierung der Sudetendeutschen einen kriminellen Akt darstellt, der auch nicht durch das von Niemanden in Frage gestellte Leid vieler Tschechen während der Nazi Zeit, entschuldigt oder relativiert werden kann. Die Sudetendeutschen wurde vielmehr als politische Schachfiguren verwendet und ausgenützt –zuerst von der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit; dann von Nazi-Deutschland; und schliesslich von der Nachkriegs-CSR und CSSR.

„Der Schutz nationaler Interessen“ ist gegenwärtig eine beliebte Floskel, die von gewissen tschechischen Politikern gerne verwendet wird- insbesondere auch im Bezug auf die harte Linie gegenüber den Sudetendeutschen. Allerdings beweisen gerade Beispiele aus anderen Staaten, dass nationale Interessen am Besten durch einen Konsens mit allen historischen Bevölkerungsgruppen verteidigt werden können.

Ungarn und Rumänien, zum Beispiel, unterscheiden bei der Rückerstattung enteigneten Eigentums nicht zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen. Zweisprachige Schilder wurden in historisch deutschsprachigen Gebieten auch dort aufgestellt, wo es keine oder sehr wenige Deutsche mehr gibt. Diese Praxis der Gleichberechtigung und der Miteinbeziehung der historischen Bevölkerung wurde von allen sehr positiv aufgenommen und hat die Beziehungen zwischen den Volksgruppen erheblich verbessert. Kein Rumäne oder Ungar wurde enteignet oder in irgendeiner Form benachteiligt.

Österreich bemühte sich in den letzten Jahren sehr darum endgültig das Image abzuwerfen, als Land zu gelten, in dem Nazi-Verbrechen bagatellisiert werden. Seit den späten Neunzigerjahren haben staatliche und private österreichische Institutionen aktiv nach den Besitzern geplünderten Eigentums gesucht. Schätze im Wert von vielen Millionen Euro wurden wieder an die ursprünglichen Besitzer restituiert. Die von einer unabhängigen Kommission beschlossene Rückgabe von drei weltberühmten Klimtbildern an eine in den USA lebende altösterreichische jüdische Familie, wurde von einigen Österreichern zuerst als Akt gegen das eigene nationale Interesse kritisiert. Doch schon wenige Monate nach der Restitution profitiert der österreichische Tourismus bereits von einer weltweiten Klimtmanie, die durch den Medienrummel und der Ausstellung der Bilder in den USA ausgelöst wurde.

Ich rufe das neu gewählte tschechische Parlament dazu auf, diesen anderen europäischen Ländern zu folgen, und nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung des bestehenden Unrechts gegenüber den Sudetendeutschen zu streben. Die Tschechische Republik insgesamt, und ganz besonders die oft verwahrlosten Grenzregionen, würden von sudetendeutschen Investitionen und Tourismus stark profitieren. Genauso wie in anderen europäischen Ländern könnten Restitutionen auf staatliches Eigentum beschränkt werden.

Ich rufe daher die neue tschechische Regierung dazu auf eine Konsenskonferenz zu halten, an der alle politischen Parteien, die vertriebenen Sudetendeutschen, Vertreter der deutschen, ungarischen und polnischen Minderheit, sowie Organisationen die Nazi-Opfer vertreten, inklusive Juden, Roma und tschechische Freiheitskämpfer, als gleichberechtigte Partner teilnehmen. Durch die Miteinbeziehung aller gesellschaftlicher Gruppen des Landes wird die tschechische Republik nicht nur Ungerechtigkeit gemeinsam auslöschen, sondern auch eine neue Atmosphäre des Zusammenlebens und der Kooperation aufbauen können, die gegenwärtig nicht existiert.

Auf dem Schriftzug über dem tschechischen Wappen steht der Satz „Die Wahrheit siegt“. Sie wird aber nur dann siegen wenn das Land auch dazu bereit ist die dunkle Seite seiner Geschichte aufzuarbeiten. Dadurch wird Tschechien gewinnen- nicht verlieren. Es wird das Land und seine Position in Europa stärken.

Unsere Ziele | Privacy Policy | Kontakte | ©2005 GWA / DWA