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Wien, 20. Dezember 2006/GE

Zeihsel: Informationsbemühungen in CR erfolgreich

CR-Umfrage: Ein Drittel sehen Vertreibung als Unrecht

Eine neue Umfrage der tschechischen Agentur CVVM in der Tschechischen Republik ergab eine sinkende Tendenz bei den Befürwortern der umstrittenen Beneš-Dekrete. Diese bildeten die Grundlage für die Vertreibung von mehr als 3 Millionen Sudetendeutschen 1945/46 aus der Tschechoslowakei.

Vor wenigen Jahren unterstützten noch zwei Drittel der Tschechen die Gültigkeit der Beneš-Dekrete, jetzt ist es nur mehr die Hälfte, ergab eine CVVM-Befragung. 13 Prozent waren für eine Aufhebung – gegenüber 5 bis 8 Prozent früher!

Etwa die Hälfte der Tschechen erachten die Vertreibung als gerechtfertigt und ein Drittel als Unrecht. Hier ist die Zahl der Vertreibungskritiker von 27 auf 32 Prozent deutlich angewachsen.

Eine negative Auswirkung der Beneš-Dekrete bei den Beziehungen mit Deutschland sieht die Mehrheit der Tschechen, zu Österreich nur ein Viertel.

Der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), Gerhard Zeihsel, sieht damit kleine Erfolge der Volksdiplomatie von tausenden Sudetendeutschen, die mit ihren Kindern und Enkeln die Heimat besuchen. Aber auch die Unterstützung bei der Rettung kultureller Werte wie Kirchen, Kriegerdenkmäler, Bildstöcke und Gräber – wo Millionen Euro gespendet und verbaut wurden – zeigen den Tschechen die emotionale Heimatliebe der Sudetendeutschen. Und das nötigt so manchen Tschechen Respekt ab, schloß Zeihsel, dem diese Meldung gerade in der Weihnachtszeit Freude bereitet.

Die genannten Ergebnisse laut PRAVO, 19.12.2006, Seite 3

CVVM: Beneš-Dekrete sollen weiterhin gelten, sagen 53% der Befragten

Die Agentur CVVM fragt regelmäßig in der tschechischen Bevölkerung nach, wie ihre Haltung zu den Beneš-Dekreten sei. Die letzte Umfrage gab es im Februar 2005:

Sollen die Dekrete weiterhin gelten? (Im Vergleich zu 2005)

Ja 53 % (-11 %)

Sie sollen aufgehoben werden 13% (+6 %)

Ich kann die Frage nicht beantworten 34 % (+5%)

Wie war der Abschub der Sudetendeutschen?

(Hier hat Právo die Antworten mit dem Jahr 1995 verglichen)

Gerecht 50 % (-2%)

Ungerecht, aber man muss die Vergangenheit abschließen 23 % (+4%)

Ungerecht, man soll sich entschuldigen 6 % (+1%)

Ungerecht, man soll sich entschuldigen, das Eigentum zurückgeben 3 %.

Ich weiß nicht, es interessiert mich nicht 18% (-1%)

Die Agentur CVVM fragte ebenso nach, ob die Dekrete die Beziehungen zu anderen Staaten beeinflussen:

Einen negativen Einfluß haben sie auf die Beziehungen zu Deutschland mit 55%, zu Österreich 25%, zu Ungarn 6%, zu Polen 3%, zur Slowakei 3%.

Befragt wurden zwischen dem 6. und 13. 11. 2006 1.092 Personen.

Sudetendeutscher Pressedienst (SdP)
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