Wien, 24. Oktober 2006/GE
Zeihsel: Wiedergutmachung ist Problem der Tschechen
Sudetendeutsche haben Individualrechte
Das tschechische Außenministerium hat wieder einmal Stellung zu Eigentumsfragen zwischen der Tschechischen Republik und Österreich bezogen, die geregelt seien. Ausgangspunkt zu dieser Aussage der Sprecherin des Ministeriums, Zusana Opletalova, waren jüngste Aussagen von Nationalratspräsident Andreas Khol. Er unterstützte bei einem Heimatvertriebenensymposium in Freistadt am 29. Sept. 2006 die Lösung der Eigentumsfragen der vertriebenen Sudetendeutschen. Weitere Verzögerungen kämen für die Tschechen nur teurer!
Dazu meint der Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich, Gerhard Zeihsel, daß die tschechischen Staatsstellen die Botschaften die ihnen gesandt werden, absichtlich mißverstehen!
Was die Tschechen angeht, warum redet dieses Land nicht einmal mit seinen einstigen Mitbürgern? Sie sind es doch, denen Heimat und Eigentum genommen worden sind. Beide Rechtspositionen – sowohl Heimat – als auch Eigentumsrecht – sind Individualrecht. Sie stehen Personen zu, nur diese selbst – nicht der Staat – können darüber verfügen. Mit diesen Verfügungsberechtigten muß geredet werden. Der Hinweis, daß Staaten nur mit Staaten reden, paßt hier nicht, es geht ja nicht um Dinge die des Staates sind.
Tschechiens Politik spekuliert auf die biologische Lösung. Sie spekuliert Erfolg versprechend. Die Vertriebenen wissen dies. Sie werden deswegen nicht ausfällig, sie drehen nicht durch. Sie haben ja in der alten Heimat nichts zu verlieren. Heimat und Eigentum sind seit 60 Jahren weg. Wir halten dies auch weiterhin durch.
Das ist ein Problem der Tschechen
Aber gegenüber den Tschechen wird immer wieder gefragt werden: wo war die Legitimation für die Vertreibung, wo war die Legitimation für die Enteignung? Es wird keine ausreichende Antwort geben. Und junge Tschechen und die Welt werden weiter fragen: Warum habt ihr nichts wieder gutgemacht? Dieser Makel, einen Versuch der Wiedergutmachung nicht gewagt zu haben, wird dann bleiben.
Er wird also wie eine Hypothek auf ihrer Geschichte ruhen. Durch Entgegenkommen wäre diese Schuld abzulösen, schloß Zeihsel
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